Muss mein Kind in die Schule?
Seit gut fünf Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema „Muss ein junger Mensch in die Schule, um im Leben »etwas zu werden«“.
Noch besteht in vielen Köpfen der Glaubenssatz, dass ein Mensch, der nicht zur Schule geht, weder lesen, noch schreiben oder rechnen lernt – er lernt aus sich selbst heraus überhaupt nichts und verkümmert schlicht.
Ohne Schule wird er weder arbeiten können/wollen, um sein Leben zu „finanzieren“, noch wird er „tauglich“ für ein soziales Umfeld, für eine Gemeinschaft sein – Freunde wird er auch keine haben. Er wird „dem Staat“ und somit der Gesellschaft nur „auf der Tasche liegen“ und die Gesellschaft verdummt auf langer Sicht gesehen.
Ist das denn wirklich so?
Welche Antworten findet Mensch auf folgende Fragen?
- Was sagen Unternehmer über die „Qualität“ der Schulabgänger mit Abschluss, die sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben bzw. über dessen Arbeit?
- Was sagen Unternehmer über die „Qualität“ ihrer Mitarbeiter?
- Was wissen Schüler nach Schulabschluss (oder bereits während der Schulzeit) noch von dem, was sie alles gelernt haben?
- Wie gut können Schüler nach Schulabschluss lesen, schreiben, rechnen – sich autark Wissen aneignen? Wie selbstständig sind sie?
- Wie kreativ, innovativ sind sie?
- Wie selbstbewusst und motiviert sind sie?
- Wie gut können sie mit anderen Menschen umgehen? Mit Kritik? Mit Herausforderungen?
- Wie glücklich sind sie?
- Wie entwickeln sich junge Menschen, die nicht in die Schule gehen, die frei lernen und somit auch frei leben? Lernen sie von sich aus?
Die Antworten, die ich auf diese und andere Fragen gefunden habe, zeigen auf, dass die Schule Intelligenz, Kreativität, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und selbstständiges Denken bei sehr vielen jungen Menschen nachhaltig schwächt oder gar „zerstört“.
Auch waren und sind viele Menschen unglücklich in der Schulzeit – sie können weder mit dem Druck, noch mit den Rahmenbedingungen umgehen. Diese sind aus meiner Sicht auch gegen wirkliches Lernen und dem Menschen als freies, individuelles Wesen gerichtet:
- Der junge Mensch soll sitzen bleiben, darf sich nicht bewegen.
- Der junge Mensch darf nur auf die Toilette, wenn es ihm erlaubt wird – i.d.R. während der Pausen.
- Der junge Mensch muss lernen, was ihm vorgetragen wird – und dass zu einem Zeitpunkt, der von Außen vorgegeben wird. Dafür erhält er eine Note, eine Bewertung.
- Der junge Mensch darf nur sprechen, wenn es ihm erlaubt wird.
- usw.
Allein diese Tatsachen erinnern mich doch sehr an das Militär.
Auf die Fähigkeiten, Talente, auf die Wünsche der jungen Menschen wird und kann in unserem klassischen Schulsystem überhaupt nicht eingegangen werden. Es ist dafür überhaupt nicht ausgelegt.
Jeder soll das Gleiche lernen, jeder soll das Gleiche am besten richtig gut können – vor allem aber darf er dabei keine eigenen Wege gehen – oft keine eigenen Ideen haben.
Kunst, Musik und Sport sind dabei zu vernachlässigen – hier darf der junge Mensch gerne auch schlechtere Noten haben und manchmal sogar kreativ werden (hier aber dann auf Knopfdruck, zu der Zeit, die vorgegeben wird, zu dem Thema, das vorgelegt wird)…
Was passiert mit Menschen, die nicht in die Schule gehen?
Was passiert mit Menschen, die die Möglichkeit haben, sich frei zu bilden?
Dabei von ihren Eltern, Großeltern und anderen unterstützt werden?
Weil sie gesehen werden, wer sie sind.
Weil ihre Fähigkeiten und Talente erkannt werden.
Weil ihnen vertraut wird, dass sie aus sich heraus lernen wollen und werden.
Wie selbstbewusst sind solche Menschen?
Wie stark ist ihr Selbstvertrauen und somit auch Urvertrauen ausgeprägt?
Wie glücklich sind sie?
Wie ist die Auswirkung solcher Menschen auf die Gesellschaft?
Hierzu könnte ich vieles schreiben, ins Detail gehen. Doch ich finde es sinnvoller, wenn Mensch sich hierzu folgende Videos anschaut von Menschen, die entweder genau diesen Weg gegangen sind oder noch gehen oder sich seit vielen Jahren mit der Thematik beschäftigen und anderen Familien dabei helfen, dem Schulzwang zu entkommen:
Darum gehe ich nicht in die Schule! – Mein Leben als Freilerner | Elia Stein Open Your Heart Podcast
https://www.youtube.com/watch?v=CZNGAQyBVfk
https://t.me/EliaInAction
https://www.chrisfader.de/
Freilernen in Bayern? Max Sauber im Gespräch mit Lisa Edelhäußer
https://www.youtube.com/watch?v=Utq0fNu1238
https://akademie-selbstbestimmte-bildung.de/
Bewusstsein schafft Visionen – Bertrand Stern zum Ausbruch aus der Schulpflicht
https://www.youtube.com/watch?v=FuhDYWXOkLA
https://www.bertrandstern.de/
Vortrag/Gespräch von/mit André Stern – Lernen und Leben aus Begeisterung
https://www.youtube.com/watch?v=nulnMjkMOWk
https://www.andrestern.com/de
Ricardo Leppe – Schule im Wandel – Gegenwehr, Übergänge, Lösungen
https://www.youtube.com/watch?v=mLleO-wSZD4
https://wissenschafftfreiheit.com/
Hurra, Hurra, die Schule brennt – mit Sandra Seelig, Dr. Katja Senkel, Ricardo Leppe, Bertrand Stern
https://www.youtube.com/watch?v=pywh2p9g_vA
„Natürlich“ kann (noch) nicht jede Familie ihren jungen Menschen ermöglichen, frei zu lernen. Dies hat verschiedene Gründe, auf die ich hier nicht weiter eingehe.
Und ja: Es gibt auch junge Menschen, die gerne in die Schule gehen und dennoch kreativ und selbstständig sind und bleiben.
Und ja: Es gibt trotz des Schulsystems sehr gute Lehrer – dennoch sind sie i.d.R. stark gebunden an den Vorgaben einer Schule.
Und ja: Es gibt auch andere Schulen, auch wenn diese wohl „an einer Hand“ abgezählt werden können – nicht alle funktionieren genau gleich.
Mir geht es um die Freiheit der Wahl
Menschen sollen frei entscheiden können, ob sie zur Schule gehen oder ob sie frei lernen – oder vielleicht einen alternativen Lernort gründen, der mit dem klassischen Schulsystem nicht mehr viel zu tun hat. Die freie Wahl für jeden ist mein Wunsch, nicht das Beenden der Möglichkeit, eine klassische Schule besuchen zu können.
Gibt es eigentlich wirklich einen Zwang?
Die ersten Lebensjahre
Zum Abschluss will ich noch ein paar Fragen stellen, die den Menschen in seinen ersten Lebensjahren betreffen:
- Wie ist ein Mensch, wenn er auf die Welt kommt?
- Wie lernt er sprechen? Auf welche Weise? Durch Vokabeln und Grammatik pauken?
- Wie lernt er laufen?
- Wie stark ist sein Bewegungsdrang?
- Wie reagiert er auf seine Umwelt? Ist er interessiert? Stellt er Fragen?
- Wie motiviert ist er?
Mensch möge sich hier seine eigenen Gedanken machen, noch auf weitere Fragen kommen, beobachten und dies mit der Art und Weise, wie unser aktuelles Schulsystem auf die Entwicklung und Entfaltung eines jungen Menschen einwirkt, verbinden.
Dieser Beitrag wurde zuerst am 18.04.2025 auf renate-pfeifer.de veröffentlicht.
Bild: https://www.freepik.com/free-photo/kids-looking-together-snail_15416011.htm



Ein so wichtiges Thema. Auch mich bewegt in der letzter Zeit alles was mit System um meisten Schulsystem zu tun hat und Elia, der junge Mann, was er schon ohne Schule geschafft hat. Na klar muss man bedenken, das er ein gesundes und motivierendes Fundament in dem Elternteil hatte. Aber schon diese Vision, dass wir alle endlich verstehen, was hinter dem Schulsystem eigentlich wirklich steckt, macht irgendwie Hoffnung. Hoffnung, dass wir als Menschen endlich aussteigen aus der Manipulation. DANKE SEHR FÜR DEN BEITRAG. Auch ohne Kind, hat es mich berührt und inspiriert.
Vielen Dank für Deine Worte, Eja. 🙂
Ja, es gibt auch mir Hoffnung – vor allem, weil ich mich seit fünf Jahren damit beschäftige und sehe, wie viele Famillien allein in Deutschland und Österreich diesen Weg gehen. Hier gibt es viel Unterstützung – auch von Rechtsanwälten – und mittlerweile ein großes Netzwerk.
Und Familien, die – aus welchen Gründen auch immer (meist, weil Mutter und Vater in Vollzeit arbeiten müssen – noch) – das Freilernen nicht leben können, bilden ebenso ein Netzwerk und gründen Lernorte, die wesentlich freier sind als unsere Systemschulen.
Elia beeindruckt, ge?! Welche Aussage mir auch sehr gut gefallen hat, war bezüglich „Freunde jeden Alters“. Er kennt diese „Begrenzung“ nicht.
Eltern, die diesen Weg gehen, sind i.d.R. soweit „gefestigt“, dass die Kinder so frei wie Elia sein können.
Es passiert viel – Mensch kann es sehen, wenn er sich mit den „richtigen“ Themen beschäftigt.
https://youtu.be/CZNGAQyBVfk?feature=shared&t=2904
Schon einmal zur Stelle „geklickt“ – Mensch höre, was Chris Fader hier sagt. 🙂
Kommentar von Elia am 12. April 2025 in seinem Telegramkanal:
Hey Friends 🤗
Das schulfreie Leben, ermöglicht uns, jetzt zu leben.
Junge Menschen wollen lernen – sprechen, laufen, greifen, verstehen. Und sie tun es ohne Stundenplan, ohne Noten, ohne Zwang. Lernen ist ein innerer, spontaner Trieb – solange man ihn nicht durch äußeren Druck blockiert. 😌
Wir lernen am intensivsten, wenn etwas bedeutsam ist, wenn uns etwas berührt, wenn es einen Sinn ergibt, falls das nicht der Fall ist, kommt das typische vergessen. Aus der Schulzeit sind das im Durchschnitt 90 Prozent, was einfach wieder vergessen wird. Das (schulfreie) Paradigma erkennt, dass echte Bildung in lebendigen Kontexten entsteht – im Spiel, im Alltag, im Dialog, im Tun. Nicht durch passives Absitzen von Stoff. Es liegt in der Menschlichen Natur! 😉
Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus, seine eigenen Interessen, seine eigene innere Uhr. Das schulfreie Leben ehrt diese Vielfalt. Das schulische hingegen versucht zu normieren, zu synchronisieren und zu bewerten. 💫
Das schulfreie Leben basiert auf Vertrauen in das Leben. ☺️
Das schulfreie Paradigma sieht Kinder nicht als „zukünftige Arbeitskräfte“, sondern als ganze Menschen – mit Seele, Tiefe, Spiel, Kreativität, Stille, Wildheit. Es will sie nicht „als Arbeitskraft unterrichten und konditionieren“, sondern ihnen ermöglichen, jetzt zu leben. Was die beste Vorbereitung auf die Zukunft ist, sofern das Ziel Leben ist. 🙏🏼
All the Power
Elia